Draußen wird es früher dunkel, die ersten Blätter liegen auf dem Gehweg und drinnen knistert – zumindest in Gedanken – der Kamin. Wenn es ein Bier gibt, das genau nach dieser Jahreszeit schmeckt, dann ist es ein Rauchbier. Unser Bier des Monats Oktober 2026 kommt deshalb aus der Gegend, in der dieser Bierstil zu Hause ist: aus dem Bamberger Land. Es ist das Weiherer Rauch der Brauerei Kundmüller.
Die Brauerei: Familie Kundmüller aus Weiher
Weiher ist ein kleiner Ort bei Viereth im Landkreis Bamberg. Das Gasthaus der Familie Kundmüller ist seit 1782 in Familienbesitz, heute führen die Brüder Roland (Braumeister) und Oswald Kundmüller den Betrieb. Klein heißt hier aber nicht unbekannt: Die Weiherer Biere haben beim European Beer Star schon reihenweise Medaillen abgeräumt – und genau unser Oktober-Bier, das Weiherer Rauch, holte dort 2012 Gold. Wer unsere Reihe schon länger verfolgt, kennt die Brauerei übrigens: Das Weiherer Schwärzla war bereits unser Bier des Monats.
Was ist eigentlich ein Rauchbier?
Der Rauch kommt nicht ins Bier, sondern ins Malz. Typisch für das fränkische Rauchbier ist Gerstenmalz, das über offenem Buchenholzfeuer gedarrt wird. Dabei nimmt das Malz die Raucharomen auf – und gibt sie später beim Brauen ans Bier weiter. Früher war das übrigens normal: Bevor es moderne Darren gab, wurde Malz fast überall über Feuer getrocknet, und viele Biere schmeckten mehr oder weniger rauchig. Rund um Bamberg hat sich diese Tradition gehalten und ist heute ein echtes Aushängeschild der fränkischen Bierkultur.
So schmeckt das Weiherer Rauch
Schon beim Einschenken zeigt sich ein schönes, dunkles Kupfer bis Kastanienbraun mit cremiger, hellbrauner Schaumkrone. In der Nase: Lagerfeuer, Buchenholz und eine Spur Räucherschinken – dahinter kommen Brotkruste und Karamell zum Vorschein. Im Mund ist der Rauch präsent, aber nicht aufdringlich. Er legt sich wie ein warmer Mantel über eine runde, malzige Basis, bevor eine dezente Hopfenbittere das Ganze sauber ausklingen lässt. Genau diese Balance unterscheidet ein gutes Rauchbier von einem, das nur nach „Schinken in Flüssigform“ schmeckt.
Unser Tipp für Rauchbier-Neulinge: Nicht nach dem ersten Schluck urteilen. Der Gaumen braucht einen Moment, um sich an den Rauch zu gewöhnen – ab dem dritten Schluck öffnet sich das Bier und die Malzsüße kommt richtig durch. Viele, die beim ersten Mal die Nase rümpfen, gehören hinterher zum Rauchbier-Fanclub.
Das passt dazu
- Fränkisches Schäufele mit Kloß und dunkler Soße – der Klassiker schlechthin.
- Geräucherter Fisch, etwa Forelle oder Makrele: Rauch trifft Rauch.
- Würziger Bergkäse oder ein kräftiger Räucherkäse zum Feierabend.
- Kürbissuppe mit gerösteten Kernen – passend zur Saison.
Serviert das Weiherer Rauch nicht eiskalt, sondern bei etwa 8 bis 10 °C. Dann kommen Malz und Rauch am schönsten zur Geltung. Ein bauchiges Glas oder ein klassischer Seidla-Krug ist ideal.
Warum gerade im Oktober?
Weil der Herbst nach Holzfeuer, Ofenwärme und deftigem Essen schmeckt – und weil ein Rauchbier genau das ins Glas bringt. Für uns ist es das perfekte Bier für den ersten gemütlichen Abend des Jahres, an dem die Jacke an der Garderobe bleibt und das Sofa ruft.
Dieses Bier steckt im Bier-Adventskalender 2026
Das Weiherer Rauch ist eines von 24 Bieren, die unsere Bier-Sommeliers für den Adventskalender 2026 ausgesucht haben – mit Tasting-Glas und Web-App, in der ihr zu jedem Türchen mehr über Bier, Brauerei und Stil erfahrt. Lieber gleich gemeinsam verkosten? Dann holt euch die Home-Edition mit Sommelier per Video.
Mehr Biere aus unserer Reihe findet ihr in der Übersicht Bier des Monats.