La Trappe Triple - Trapistenbier

An der 7. Stelle wartet das alkoholreichste Bier dieses Tastings auf uns. Hoffentlich seid ihr noch durstig. Das Triple des einziogen niederländischen Trapistenklosters La Trappe hat ganze 8,0 Volumenprozent Alkohol. Die Mönche arbeiten dabei mit einer zweiten Vergärung und setzen dem Bier dabei Zuckersirup zu. Wir können gespannt sein, wie der Geschmack dadurch beeinflusst wird.

 

Charakterisierung:

  • Optik: bernsteinfarben, opal, sehr feiner & cremiger Schaum
  • Aroma: intensiv, würzig, hefig, Banane, Aprikose & Pfirsich, dazu Karamell & eine leichte Alkoholnote in der Nase 
  • Mundgefühl: prickelnd, trocken, cremig, etwas klebrig, vollmundig, alkoholaromatisch
  • Antrunk: süß & würzig
  • Geschmack: süßlich fruchtig, Banane trifft auf Vanille & Tonkabohne, feine begleitende Säure, wenig Bittere
  • Abgang: likörartiger Nachtrunk mit feiner Hopfenbittere im trockenen Abgang

 

Fazit:

Trapistenbiere bieten fast ausnahmslos intensive Geschmackserlebnisse. Dabei kann ich mich kaum entscheiden, welche Biere welches Trapistenklosters ich nun am schmackhaftesten finde. 

Die Mönche des La Trappe Klosters brauchen eine Vielzahl verschiedener Biere, Blonde, Double, Triple und sogar ein Quadroupel. Wer es hingegen etwas frischer mag, kommt bei den Sorten puur und dem La Trappe Wit auf seine Kosten. Von all diesen Bieren hat es mir das Triple am meisten angetan. So kräftig es daherkommt, so intensiv seine Aromen und Geschmacksnuancen auch ausgeprägt sind, ist es für mich stimmig, angenehm und jedes Mal aufs Neue eine spannende Geschmacksreise. Die Zugabe von Zucker, bzw. Sirup oder Honig und damit verbundene weitere Gärung gehört bei vielen Trapistenbieren zur Tradition. Die Zuckerzugabe sorgt für kräftiges Aroma bei einem sehr trockenen Mundgefühl durch den hohen Vergärungsgrad.

 

La Trappe (Koningshoeven) – Portfolio:

Als 1881 französische Trappistenmönche, in einem kleinen Gehöft des ehemaligen Besitzers König Wilhelm II. ‚de Koningshoeven’ Zuflucht suchten, war diesen

vermutlich noch nicht bewusst, welche internationale Anerkennung dieser Ort über hundert Jahre später erhalten würde. In einem behelfsmäßig, zum Kloster umgebauten Schafstall, hielten die Mönche am 5. März 1881 ihre erste heilige Messe ab. Dies stellt das Gründungsdatum der Abtei dar. Die Abtei, mit den Namen, „Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven”, befindet sich him Süden der Niederlande, in der Nähe Tilburgs.  1884 brauten die Mönche  in genau dieser Abtei  ihre ersten Trappistenbiere. Der ursprüngliche Grund für die Mönche Bier zu brauen war, dass das Trinkwasser in der Region sehr schlecht gewesen ist. Dies konnte durch den Brauprozess genießbar gemacht werden. Das damals gebraute Bier hat mit dem heutigen jedoch nicht mehr viel gemein.   Die Brauerei war somit ursprünglich nur zur Selbstversorgung geplan. Lediglich aufgrund der erhöhten Nachfrage an dem Bier wurde dieses auch nach und nach außerhalb der Klostermauern verkauft. Dies half den Mönchen, als unabhängige Institution zu fungieren und zudem ihren wohltätigen Verpflichtungen als Trappisten nachgehen zu können. Seitdem finanziert die Brauerei das Trappistenkloster und seine Projekte. So konnte 1894 durch die Erträge eine neue Abtei errichtet werden.    Brauerei und Kloster verbindet seit ihrer Gründung eine unzertrennbare Beziehung. Denn eine Kombination aus religiösen Tätigkeiten und Brauereigeschäft ist für ein “Trappistenbier” von besonderer Relevanz. Um nämlich den Namen Trappistenbier und das autorisierende Label “Autehentic Trappist Produkt” tragen zu dürfen, gelten strenge Richtlinien. Nach den Regeln des heiligen Benedikt muss ein Trappistenbier drei Kriterien erfüllen:  

 

  1. Das Bier muss zwischen den vier Mauern eines Klosters… 
  2. …von oder unter Aufsicht der ansässigen Mönche gebraut werden.
  3. Der Erlös fließt dabei ausschließlich in die Erhaltung des Klosters. Überschüssige Erträge müssen für gute Zwecke gespendet, es gibt keine Absicht zur Gewinnorientierung. 

 

Damit unterscheiden sich Trappistenbiere zum Beispiel von den belgischen Abteibieren, welches unter anderem nicht von den Mönchen selber, bzw. unter ihrer Aufsicht gebraut werden muss.  Somit stellt La Trappe eine von aktuell weltweit nur 12 existierenden Trappistenbrauerein dar (Stand: 04/20).  Trappistenbiere sind zumeist obergärige, (belgische) Ales, mit einem häufig hohem Alkoholgehalt zwischen 8 und 12 %. Dieser verliert sich jedoch im in der Regel malzig- süßem Fokus der Biere. Ebenfalls charakteristisch ist die sogenannte Trappistenhefe, welche die jeweiligen Abteien individuell kultivieren. Darüber hinaus geben die Mönche noch weitere Zutaten wie Honig hinzu. Im Fall der La Trappe Brauerei wird beispielsweise unter anderem noch Zucker und weitere “ Geheimzutaten” in die Flaschen, in welcher das Bier einen weiteren Gärprozess durchläuft, gegeben.   Über die Jahre entwickelte die Brauerei immer weitere Biere, sodass La Trappe mittlerweile eine weite Spanne ganzjährig erhältlichen Bieren anbietet. Darunter für Trappistenbiere klassische Stile wie das La Trappe Blond, Dubbel oder Tripel aber auch saisonalen Spezialitäten wie dem La Trappe Bockbier. Darüber hinaus wurde in der Abtei 1991 das erste Quadrupel weltweit gebraut. 

Bis heute erfreut sich die Brauerei großer Beliebtheit und rechtfertigt dies mit qualitativ hochwertigen, geduldig gebrauten Bieren, sodass die Tradition der Trappistenbrauereien weitergeführt werden kann. Aktuell unterstützen die Mönche durch die Erlöse der Brauerei soziale Projekte in Uganda. 

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Bevor es zum nächsten Bier geht, lass uns nochmal zusammenfassen: