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Bier des Monats “Januar”

von Lennart Claessens

Kiez Keule von Brewdog:

Mit der Eröffnung der Brewdog Brauerei in Berlin und dem zugehörigen riesigen Tap Room namens DogTap Berlin erhalten neue Sorten Einzug ins Brewdog Biersortiment. Mit dabei sind ein Pale Ale, ein Zwick‘l Helles und das kaltgehopfte Export – die Kiez Keule. Mit den beiden letztgenannten Bieren knüpft die schottische Brauerei Brewdog sich also zwei klassische deutsche Bierstile vor. Nach einem Dezember voller Leckereien mit vielen intensiven und schweren Bieren steht mir der Sinn nach etwas Frischem mit Charakter.

Bier des Monats Januar: Brewdog Kiez Keule – dry hopped Dortmunder Export

Die Kiez Keule von Brewdog ist goldgelb, leuchtet im Kerzenschein an der Theke und ist nur mäßig trüb. Viel weißer Schaum bildet sich beim Einschenken im Glas und bleibt noch eine Zeit lang erhalten. Der Geruch ist wenig ausgeprägt. Am deutlichsten nehme ich Noten von frischem Gras, Heu und ein wenig Harz wahr. Dazu ist eine leichte Süße mit dezentem Pfirsicharoma vorhanden und breitet sich mit steigender Temperatur weiter aus.

Im Mund prickelt die deutlich vorhandene Kohlensäure spürbar auf der Zunge. Der Malzkörper dieses Exports ist stiltypisch ausgeprägt und veranschaulicht die 5,8% Alkohol. Es bleibt ein relativ trockenes Mundgefühl, wodurch ich auf einen hohen Vergärungsgrad schließe.

Dieses Bier unternimmt mit mir eine angenehme und spannende Geschmacksreise, beginnend mit dem exporttypischen, malzig süßen Eindruck, der sich auf der Zungenspitze präsentiert. Je weiter die Kiez Keule meinen Rachen hinunter wandert, desto intensiver breitet sich eine grasige Bittere aus.

Der Abgang ist wirklich schön, der malzig süße Eindruck verbleibt auf der Zunge und bildet zusammen mit der kräuterigen Bitternote ein tolles Zusammenspiel.

Ich bin von der Kiez Keule wirklich angetan. So kann man einem manchmal etwas verstaubt anmutendem und (zu Unrecht) verpöntem Bierstil wieder neues Leben einhauchen. Vielleicht mag der ein oder andere Purist sagen, Kalthopfung und die damit verbundenen Bitternoten gehören nicht zum Bierstil, ich aber finde, dass sie hervorragend dazu passen.  Am meisten freue ich mich darüber, dass ich noch ein paar Flaschen kaltgelegt habe!

Prost!