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Bierflasche und Bierglas auf einem Holztisch

Bier des Monats “Dezember”

von Lennart Claessens

Weiherer – Schwärzla von der Brauerei Kundmüller:

Bei den Vorbereitungen für einen geselligen Abend mit guten Freunden lächelt mich im Bierregal eine altdeutsche Bierflasche mit tiefschwarzem Etikett an. Darüber prangt der wichtige Hinweis: NEU! Welche Freude, ein mir gänzlich unbekanntes Bier von einer Brauerei, deren Biere ich sehr zu schätzen weiß. So landen ein paar Flaschen Schwärzla von Weiherer in meinem Einkaufskorb.

Im Bierkühlschrank auf 10 Grad temperiert greife ich mir am Abend die erste Flasche. Tiefschwarz ergießt sich das Schwärzla ins Glas, es macht seinem Namen also alle Ehre. Mit dem beigen Schaum ergibt sich ein wunderbarer Anblick und erinnert dabei an einen frischen Kaffee mit dicker Crema. Leider verfällt bei mir der grobe Schaum relativ schnell. Macht aber nichts, denn es gibt noch viel mehr zu erleben.

Die Nase wird ins Glas getaucht und ich sortiere erst einmal meine Eindrücke. Das kräftige Aroma eines Mokkas ist der prägnanteste Eindruck. Gepaart wird dieser mit Nuancen von dunklem Kakao, Zartbitterschokolade und etwas Vanille. Daneben ist ein weiterer, dezent süß-fruchtiger Eindruck, der sich am besten mit einer Mischung aus getrockneten Feigen & Marsalla beschreiben lässt.

Nun nehme ich den ersten kleinen Schluck. Wenig feinperlige Kohlensäure karbonisiert auf der Zunge. Der Körper des Schwärzla ist klassisch, das Bier wirkt trocken, sogar ein wenig schlank. Dies spricht für einen hohen Vergärungsgrad.

Im Mund schlägt die röstmalzige Wucht zu. Geschmack von dunkler Schokolade und Lakritz gesellen sich dazu. Viel Restsüße hat uns die Hefe nicht gelassen, diese ist aber wunderbar harmonisch eingebunden. Lecker!

Im Abgang hallt die Kaffeenote mit ausgeprägter Röstbittere noch lange auf der Zunge nach, während sich im Rachen nur wenig Bittere bemerkbar macht.

Eine wirklich schöne Entdeckung. In Abgrenzung zum klassischen bayrischen Dunkel wird das Schwärzla von der Brauerei Kundmöller mit obergäriger Hefe gebraut. Sie betiteln ihr Bier als „unsere fränkische Antwort auf ein englisches Stout“. Diese Antwort ist euch gelungen – Prost!