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Bierstacheln

Bierstacheln – nach traditioneller Methode

von Lennart Claessens

Heißes glühendes Eisen trifft auf kaltes, kräftiges Bier: das Bierstacheln geht der Überlieferung nach auf eine alte Schmiedetradition zurück.

Laut dieser empfanden die Schmieder das im Winter draußen gelagerte Bier als zu kalt. Um das Bier schnell auf eine angenehmere Trinktemperatur zu bringen, tauchten sie kurzerhand ihren heißen, glühenden Schmiedehaken in das Bier und machten dabei eine überraschende und schmackhafte Feststellung.

Durch den Hitzeschock karamellisiert der im Bier befindliche Restzucker. Außerdem entbindet sich schlagartig ein Großteil der im Bier befindlichen Kohlensäure, es bildet sich ein cremiger und lauwarmer Schaum. Das Bier als solches erwärmt sich beim Bierstacheln nur geringfügig. So entsteht ein interessantes Spiel für die Sinne. Das weiterhin kühle, karamellisierte Bier wird durch den warmen cremigen Schaum getrunken. Ein Genuss, den jeder Bierliebhaber erlebt haben sollte.

Heute verwenden wir anstelle eines Schmiedeeisens einen geschmiedeten Nirosta-Stabstahl, den wir mit Hilfe eines Bunsenbrenners auf ca. 600°C erhitzen, anschließend in das Bierglas tauchen und mit einer Schwenkbewegung wieder herausführen.

Empfehlenswert ist das Bierstacheln für kräftige Biere mit mehr Stammwürze und entsprechend höherem Alkoholgehalt.

Prost!