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Eine Flasche Überquell Hypa Double auf einem Holztisch

Bier des Monats „Oktober“

von Lennart Claessens

Hypa double NEIPA von Überquell:

Liebe Bierfreunde,

der Oktober ist da. Die Blätter fallen, es ist deutlich frischer und die Speisekarten werden deftiger. Eine gute Zeit für eine Geschmacksbombe. Wie passend, dass mir das Hypa double NEIPA (New England India Pale Ale) quasi in die Arme gefallen ist. Eine saisonale Spezialität aus den Brautöpfen von Überquell aus Hamburg.

Im stylischen Craftmaster Glas von Überquell bekomme ich ein milchig gelbes Bier. Die intensive und sehr gleichmäßige Trübung ist auffällig. Gekrönt wird das Hypa double NEIPA von einer feinen, schmalen Schaumkrone, die zügig zerfällt.

Meine Nase freut sich über ein vielfältiges, sehr angenehmes, super fruchtiges Aroma. Im Vordergund empfinde ich tropische Früchte, junge Ananas mit Mango. Parallel sind deutliche Zitrusnoten von Grapefruit und Limette spürbar, im Hintergrund wird dieses vielschichte Aroma von einer harzigen Komponente abgerundet.

Auch der Antrunk gestaltet sich sehr angenehm. Die wenige Kohlensäure prickelt feinperlig auf der Zunge, der Malzkörper ist sehr ausgeprägt, kommt aber nicht wuchtig daher. Ehrlicherweise habe ich die vorhandenen 7,2% nicht beim ersten Schluck gespürt. Dieser Eindruck wird durch die wenige Restsüße unterstrichen, welche Platz für einen ordentlichen Sauergeschmack macht. Eine gewisse Alkoholaromatik ist dem Hypa double NEIPA nicht abzusprechen, trotzdem empfinde ich das Bier als sehr fein und rund.

Geschmacklich überträgt sich der fruchtige Eindruck größtenteils auch in den Mundraum. Die tropischen Früchte werden dann auf der Zunge allerdings von trockener Bitterheit überlagert. Ein krautig-harziger Geschmack dominiert, der auch den Abgang bestimmt und lange auf der Zunge liegen bleibt.

Gebraut wird das Hypa double NEIPA mit den Aromahopfensorten Citra, Ekuanot & Vic Secret, die für schöne 40 IBU sorgen und den Eindruck des Bieres vom ersten Aroma bis zum letzten Nachhall bestimmen.

Drei Gläser habe ich geschafft. Es war eine sensorische Freude und hat mir den tristen Tag am Ende versüßt. Vielleicht kein Bier für Jedermann, vielleicht kein Bier für jeden Tag, aber mindestens für alle Hopfenfreunde unter uns ein toller Genuss!